Sie erinnern sich an unseren gestrigen Gastartikel und die Definitionen zu Activ Share und Error Tracking? Haben Sie alles verstanden und wissen nun, was die Qualität eines Investementfonds Managers ausmacht?

Hier gibt es ein Beispiel für die Berechnung von Activ Share – Sie sollen schließlich den am Wochenende folgenden zweiten Teil des Gastartikels nachvollziehen können.

Ein aktiver Fondsmanager hat die Aufgabe 100 Mio. USD in den S&P 500 zu investieren, der auch gleichzeitig seine Benchmark darstellt. Es wird angenommen, dass der Fondsmanager anfänglich das gesamte Kapital in den Index investiert und somit einen reinen Indexfonds mit 500 Einzeltiteln besitzt. Angenommen der Fondsmanager sieht nur in der Hälfte der Aktien des S&P 500 das Potential eine Überschussrendite zu erzielen und eliminiert die andere Hälfte aus seinem Portfolio, um die 50 Mio. USD ebenfalls in Aktien des Indexes zu investieren, die er präferiert. Das würde einem Active Share von 50% entsprechen, da lediglich 50% der Aktien in seinem Portfolio mit dem Index übereinstimmen. Wenn der Fondsmanager beispielsweise nur in 50 Einzeltiteln aus den 500 Aktien, die den Index wiederspiegeln, investiert ist, würde das einem Active Share von 90% entsprechen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Fondsmanager 50 Einzeltitel aus einem Index von 500 Aktien oder 10 Einzeltitel aus 100 Aktien wählt. In beiden Fällen stimmen lediglich 10% des Portfolios mit dem Index überein und das entspricht einen Active Share von 90%. Für einen Investmentfonds, der keine richtigen Shortpositionen eingeht oder in Futures investiert, wo Sicherheitszahlungen auf einem Marginkonto hinterlegt werden müssen, befindet sich der Active Share immer zwischen 0% und 100%. Im Fall von Investmentfonds dürfen nur 100% des Kapitals angelegt werden. Im Gegensatz zu Hedgefonds, die den LeverageEffekt ausnutzen, indem Geschäftsvolumina kreditfinanziert oder Leerverkäufe auf einzelne Aktien getätigt werden und somit oft einen Active Share von über 100% erzielen.